Anlagebedingte oder erworbene Störungen des Muskelgleichgewichts
verursachen verschiedenartige Fehlstellungen der kleinen Zehen,
die unter dem Begriff "Hammerzehen" allgemein bekannt
sind. Diese Bezeichnung wird jedoch der Komplexität und dem
Korrekturbedarf der Funktionsstörung nicht gerecht.
Man spricht von "sagittalen Deformitäten", wenn
von der Seite gesehen eine Fehlstellung der Kleinzehe im Mittel-
und/oder Endgelenk besteht, wobei diese Fehlstellung beweglich oder
eingesteift sein kann.
Kommt zusätzlich, verursacht durch eine Instabilität,
von oben gesehen eine Fehlstellung im Grundgelenk hinzu, bezeichnet
man dies als "transversale Deformität".
Diese Unterscheidung ist für die operative Therapie entscheidend.
Durch den Druck des Knochens unter der Haut und auch durch Reiben
des Schuhwerks kommt es zur Ausbildung von schmerzhaften Hornhautschwielen,
bisweilen auch unter dem Mittelfußknochenköpfchen.
Zehenfehlstellungen sind sehr häufig mit Senk-Spreiz-Füßen
und Ballenfehlstellung (Hallux valgus) kombiniert.
Als nicht operative Therapie (konservative Therapie) kommen
in Frage:
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Nachtschienen, Zügelverbände
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Zehengymnastik und Einlagenverordnung
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Druckschutzorthesen und entsprechende
Schuhzurichtungen zur Behandlung der Druckstellen
Diese Hilfsmittel helfen die Beschwerden lindern, sie ändern
nichts an der Fehlstellung der Zehen. Verschiedene Probleme und
ihre chirurgische Behandlung werden unten erläutert.
Bewegliche Zehenfehlstellung
Hier können die Zehen noch passiv (also zum Beispiel mit den
Fingern) gerade gerichtet werden. Wenn diese Fehlstellung lange
besteht, versteift sie in gekrümmter Stellung. Es treten Hühneraugen,
Hornhaut und Schmerzen auf, und die Funktion ist beeinträchtigt.
Behandlung
Die verkürzten Sehnen und die Gelenkkapsel werden durchtrennt,
verlagert oder verlängert. Gegebenenfalls muss das Köpfchen
des Grundglieds entfernt werden. Die Lücke füllt sich
mit Bindegewebe. Häufig wird die Zehe vorübergehend mit
einem Draht stabilisiert.
Nachbehandlung
Es kann sofort in einem Spezialschuh voll belastet werden. Nach
2-4 Wochen wird der Draht wieder schmerzlos aus der Zehe entfernt.
Eingesteifte (fixierte) Zehenfehlstellung
Die Gelenke der fehlgestellten Zehe sind steif und können
nicht passiv gestreckt werden. Hühneraugen, Hornhaut, Hautreizungen
und Störungen an den benachbarten Zehengrundgelenken treten
hinzu.
Behandlung
Das Köpfchen des Grundgliedes wird entfernt und die Zehe gestreckt.
Das Mittelgelenk kann auch in der korrigierten Stellung versteift
werden. Eine Sehnenverlagerung kann notwendig werden. Die Zehe wird
vorübergehend mit einem Draht stabilisiert.
Nachbehandlung
Bis zur Heilung wird ein spezieller Schuh getragen. Der Draht wird
nach 2-4 Wochen schmerzlos wieder entfernt.
Abhängig von der Art der Fehlstellung (Krallenzehe/Klauenzehe)
ist auch eine Korrektur am Zehenendgelenk erforderlich.
Verkrümmte Kleinzehe (5. Zehe)
Diese Fehlstellung beruht häufig auf familiärer Veranlagung.
Dabei dreht sich die Kleinzehe einwärts, so dass sie über
oder unter ihrem Nachbarn zu liegen kommt. Das Fettpolster unter
der Zehe, auf dem man normalerweise geht und steht, verliert den
Kontakt mit dem Boden. Nicht belastungsfähige Haut tritt an
seine Stelle. Es bildet sich Hornhaut oder ein Hühnerauge.
Behandlung
Ein Keil der Haut und des Knochens werden entfernt, um die Zehe
wieder gerade zu richten. Sie wird manchmal mit einem Draht in Position
gehalten.
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Abb.: verkrümmte Kleinzehe
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Abb.: operierte Kleinzehe
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Nachbehandlung
Bis zur Heilung wird ein spezieller Schuh getragen. Der Draht wird
nach 2-3 Wochen schmerzlos entfernt.